Spontanding „Dependencies“, April 2013

Das benötigt keine Erklärung, nur eine Entschuldigung. Für Qualitiät und alles. Wollte einfach mal wieder irgendwas machen.

 

 

Kunstprojekt „Makeup makes the Clown“, Ferbuar/März 2012

(Nie wieder sowas)

 

Erklärender Text

Ich wollte mal wieder etwas ganz Großartiges machen. Mit Sinn und Verstand
und klugen Gedanken dahinter. Da es gerade Winter war und ziemlich kalt,
las ich reichlich und interagierte sozial recht wenig. Dafür dachte ich
viel und künstlerte von Zeit zu Zeit.
Die Möglichkeit eines „freien Themas“ im Kunstunterricht wollte ich
sogleich ergreifen – für eine Arbeit, die sich mit dem Spannungsraum
zwischen Freiheit und Einsamkeit beschäftigen sollte. Ich drehte also ein
paar Videos, durchaus nicht unüberlegt, mit viel Landschaft und Atmosphäre.

Leider war das Ergebnis ziemlich öde.

Da ich überhaupt alles öde fand, was ich veranstaltete, entschloss ich mich
kurzerhand, mein Thema zu modifizieren.
Die Ausgangsfrage lautete diesmal in etwa – warum ist alles was ich zu
Stande bringe so furchtbar blödsinnig? Warum finde ich das alles so
furchtbar langweilig?

Ganz schnell war ich dann von den eher allgemeinen Themen Freiheit und
Einsamkeit bei der ärgerlich persönlichen Frage nach der eigenen Identität,
dem Selbstbild und allem was damit zusammen hängt.

Und alles was damit zusammenhängt ist dann nun doch gar nicht mehr so
persönlich. Alltäglich eben. So, wie sich zu schminken, sich zu
kostümieren, sich zu verkleiden, sich zu maskieren. Das, was wir alle
bewusst oder unbewusst machen – wie kleine Clowns.
Bei diesem Clown bin ich dann auch geblieben.
Ein glücklicher oder ein unglücklicher – das kann man nie so genau sagen.
Zumindest aber ein Clown, der nie sein kann wie er eigentlich ist und sein
will.

(Hier bitte gedanklich eine dieser ausgelutschten Floskeln einsetzen, mit
denen man sonst so um sich wirft um etwas lächerlich Offensichtliches über
das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft ins Gespräch zu bringen)

Ich machte also ein paar Videos und schnitt einen kleinen Film zusammen mit
Musik und einem viergeteilten Bildschirm, in dessen vier Ecken sich jeweils
Clowns befanden, die zwar voneinander unabhängig waren, jedoch gleichzeitig
auch aufeinander reagierten. Dazwischen flog von Zeit zu Zeit etwas herum,
aber ohne Worte.
Ich bin nicht gut ohne Worte, also dauerte es nicht lange und ich fand das
Ergebnis irgendwie, nun ja, öde.

Ich fing von vorne an. Inzwischen war es Frühling geworden. Ich hatte eine
kurze emphatische Phase und habe geschrieben. Recht schnell hatte ich einen
kleinen Text. Als der fertig war, habe ich kurz aufgegeben und dann gemalt
für eine Weile.
Auf einen Bildschirm, der so schön kaputt herum stand.
Leider war es dunkel und ich hatte später eine merkwürdige Mischung aus Öl-
und Acrylfarben auf dem Monitor kleben, die mich letzten Endes doch nicht
so ganz überzeugen konnte.

Trotzdem – ich malte einen Clown. Einen glücklichen oder einen
unglücklichen – das kann man nie so genau sagen. Zumindest aber einen
Clown, der nie sein kann wie er eigentlich ist und sein will.
Und ich habe wieder nachgedacht und bin schließlich zu eben diesem Motiv
zurückgekehrt.

Ich hatte jetzt einen Text und ein paar Bilder, bewegte Bilder, versteht
sich, in meinem Kopf, versteht sich ebenfalls. Was bleibt nun also, der
Clown und ich und dieser Text, und alles was ich von mir erwarte.

Ich nahm den Text mit einem kleinen Mikrophon auf, arbeitete an den
Videoausschnitten und konkretisierte mein Thema. Ich schnitt aus den
eineinhalb Stunden Video etwa 250 kleinere Video-Sequenzen, die ich dem
Text entsprechend zusammenschneiden wollte. Also machte ich mich an die
Arbeit. Aber es ging nicht weiter. Ich saß fest. Ich fand alles öde.

Ich gab kurz auf und wollte Gitarre spielen lernen. Das gab ich zwar auch
auf, aber auch diese kleine Episode hat mich weitergebracht.
Ich entschloss mich nämlich, einfach einen anderen Weg zu gehen.
Um eine „Verbindung“ zwischen Text und Bild zu schaffen, habe ich eine
weitere Audio-Ebene eingefügt. Allerdings diesmal nicht bestehend aus
Worten, sondern aus Tönen, aus Musik.

Ich habe mir durchaus auch – wie von Ihnen vorgeschlagen – Gedanken über
die Möglichkeit einer Stimmverzerrung oder -verzögerung zum Zwecke
weitergehender Strukturierung bzw. Betonung gemacht, sah aber im konkreten
Fall keine adäquate Umsetzungsnutzbarkeit.
Stattdessen habe ich versucht, einzelne Redeanteile durch verschiedene
Tonsequenzen voneinander abzugrenzen und gleichzeitig einen
„Anknüpfungs-Punkt“ für das dazugehörige Video einzubauen. Ich bin leider
kein großartiger Musik-Künstler, aber als ich erst einmal diese akustische
Untermalung hatte, war es für mich wesentlich leichter, den roten Faden
wieder aufzunehmen und das Projekt endlich fertig zu stellen.

Ton und Bild ergeben zusammen einen nun etwa 20minütigen Film. Sowohl Text
als auch Musik können in einer Endlosschleife wiedergegeben werden. Dass
dadurch Ausweglosigkeit und Eintönigkeit symbolisiert werden soll, versteht
sich von selbst. Davon abgesehen fand ich einfach die Idee gut, dass man
irgendwo anfangen und irgendwo aufhören kann, sich „einklinken“, da es sich
eben mehr um eine freie Assoziationskette als um eine zusammenhängende
Geschichte handelt, die keinen Anfang und kein Ende hat.

So bin ich nun tatsächlich fertig. Es ist vielleicht nicht großartig
geworden, aber so wie es jetzt ist, finde ich es für mich okay.

 

 

Erster Versuch mit Knete und Fimo und furchtbar viel Gewackel, dafür aber wenig erkennbarem Sinn
Oktober 2008 (!!!), mit Nele Faust

Ich weiß gar nicht mehr genau worum es ging, ich weiß nur noch, dass es unheimlich viel Arbeit war…

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